Visa-Querelen und chinesische Bürokratie live 
Ich war am Mittwoch beim PSB (
Public Security Bureau) um mein Visum zu verlängern, genauer gesagt meine Aufenthaltsgenehmigung. Die läuft nämlich Ende Juli ab, ich brauche also noch 'nen Monat extra.
Leider kostet diese Verlängerung umgerechnet ganze vierzig Euro, so daß die meisten der hiesigen Studenten einfach ein Touristenvisum für die letzten zwei Monate ausstellen haben lassen - das gibt's dann schon zum Schleuderpreis von 16,- Euro.

Genau dies wollte ich also auch tun, nur bin ich bei der zuständigen Schalterbeamtin voll aufgelaufen: wenn ich ein Touristenvisum haben will, wird meine Aufenthaltsgenehmigung mit sofortiger Wirkung terminiert. Soweit so gut, dachte ich mir, bis sie mir eröffnete, daß das neue Visum maximal einen Monat gilt - vom Tag der Beantragung an. "
Wunderbar", dachte ich mir,
"dann zahle ich sechzehn Euro für ein neues Visum, daß dann vier Tage kürzer gilt, als mein altes.".
Auf diesen Missstand angesprochen (und darauf, daß ich Ende August erst heimfliegen werde), reagierte sie mit dem noch grandiosen Vorschlag, einfach am letzten Tag meines alten Visums das neue zu beantragen. Toll, super Idee - ich bin dann nämlich während der Bearbeitung eine Woche lang ohne Pass und Aufenthaltsgenehmigung (also illegal) in China.
Letztendlich bin ich dann am nächsten Tag nochmal mit einem Wisch von meiner Uni hin, und habe das Visum
für zwei Monate mit einmaliger Wieder-Einreise ausgestellt bekommen. Ohne Probleme. Von der selben Frau...
Naja, ich fahre jetzt also doch erst am Donnerstag nach Shanghai - eigentlich wollte ich schon früher hin, um Katja und Tobi zu besuchen, aber ohne Pass will ich nicht los.
Das Foto zeigt übgrigens das süße kleine Büchlein, welches früher unser Resident Permit
darstellte - bevor sie es in einen blöden Aufkleber im Pass umgetauscht haben.