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Nanjing

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Nanjing ist meine Heimatstadt für ein Jahr, genauer gesagt von Mitte August 2004 bis Mitte August 2005. Hier gibt es Bilder und Infos über Nanjing, die hiesigen Universitäten und was mir sonst noch so einfällt.

Allgemeine Infos zu China und dem Leben dort gibt es unter China. Außerdem wäre da noch meine Adresse und die Anreise nach China mit der Transsib.

Die Stadt

Hui, da hab ich doch glatt vergessen, auch was über Nanjing zu schreiben. Das will ich dann irgendwann nochmal nachholen..

Die Unis

Es gibt hier in der Stadt drei Hauptunis, die alle relativ zentral nebeneinander liegen:

  • die Nanjing University/Nanjing Daxue
  • die Nanjing Normal University/Nanjing Shifan Daxue
  • die Southeast University/Dongnan Daxue
Ich werde im folgenden die einzelnen Unis nun ein wenig vorstellen. Da ich selbst an der Southeast University studiere, kann ich über die anderen Unis nur berichten, was ich von Freunden/Bekannten, vom Hörensagen und "von aussen" weiss.

Stadtplan von Nanjing
nanjing_stadtplan.jpg
Zur besseren Orientierung habe ich einen groben Stadtplan von Nanjing hier eingebunden. Ich habe darauf die drei großen Unis und ein paar wichtigen Orte markiert, die im Text noch referenziert werden.

南京大学 (Nanjing University)

Die >>Nanjing Daxue (kurz: Nanda) ist die größte und bekannteste Universität in Nanjing. Sie hat einen sehr großen und (wie die beiden anderen auch) sehr zentral gelegenden Campus. Sie hat, denke ich, mit Abstand die meisten Ausländer, vor allem eine sehr große Gruppe von Amis. Dies liegt daran, daß es an der Uni ein amerikanisches Institut gibt (das Hopkins-Institut), welches jedes Jahr relativ viele Amerikaner nach Nanjing schickt.

Der Umgang mit ausländischen Studenten an der Nanda scheint etwas routinierter zu sein, was zwar ein paar Vorteile hat, sich aber auch negativ auswirken kann. So scheint der Unterricht etwas besser zu sein, was Struktur und Organisation betrifft, allerdings wird das Ganze durch die Größe ein bißchen anonymer.

Das Wohnheim der Nanda (das "Xiyuan") ist schlicht gesagt scheisse. Das hat folgende Gründe:

  • es ist sehr teuer, man bekommt aber nicht den Gegenwert
  • es kann einem passieren, daß es auf dem eigenen Stockwerk keine passende Toilette gibt (es gibt auf jedem Stockwerk immer nur eine, abwechselnd für Frauen und Männer)
  • die Angestellten, besonders an der Rezeption, sind sehr rüde und unfreundlich
  • das Wohnheim ist sehr groß und dient gleichzeitig als Hotel, daher ist es relativ anonym (das Gebäude hat, glaub ich, so an die zwanzig Stockwerke)
Straßenszene im sommerlichen Nanjing.
040726 Innenstadtstrasse in Nanjing.jpg
Daher sind die meisten Leute, die ich so kenne, von dort ausgezogen. Es gibt aber auch ein paar ganz gute Sachen über das Wohnheim zu sagen: aufgrund der vielen Ausländer finden sich in der Umgebung viele Bars, Lokale und ein gutes Angebot an "western style food". Leider sind aus dem selben Grund auch die Preise in der Gegend etwas versaut.

Am Anfang wird man sich aber trotzdem regelmässig mit 'nem Bier auf den breiten Treppen vorm Wohnheim wiederfinden, da es ideal zum Leute treffen und kennenlernen ist; ich habe so manchen Abend auch auf der Dachterasse verbracht.

Abschliessend kann man sagen, daß man für die ersten zwei Monate sicher da wohnen wird, und dann irgendwann auszieht - man kann leicht eine gute Wohnung für den Preis eines Doppelzimmers bekommen. Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: ich läster hier nur über das Wohnheim, die Uni selbst ist (denke ich) sehr gut; der Unterricht ist wahrscheinlich besser als an der Dongda.

Ansonsten bietet die Nanda noch sehr gute Sportmöglichkeiten, zum Beispiel ein universitätseigenes Schwimmbad. Die halbjährlich Angebotenen HSK-Tests in Nanjing werden ebenfalls an der Nanda veranstaltet, allerdings können daran auch Studenten anderer Unis teilnehmen.

南京师范大学 (Nanjing Normal University)

Über die >>Nanjing Shifan Daxue (kurz: Nanshida) kann ich leider am wenigsten erzählen, ich kenne von dort einfach nicht so viele Leute. Angeblich haben sie dort ein relativ neues und luxuriöses Wohnheim, welches trotzdem moderate Preise hat. Diese Information ist aber mit Vorsicht zu geniessen, da ich das nur so vom "Hörensagen" habe… Die meisten Ausländer an der Uni sind Koreaner, es scheint wenige Westler zu geben. Die Nanshida hat definitiv den schönsten Campus von allen.

东南大学 (Southeast University)

Ich studiere an der >>Dongnan Daxue (kurz: Dongda). Die Dongda ist eine technische Universität, was aber für die wenigsten einen Unterschied machen wird, da es auch hier ganz normale Chinesischkurse gibt. Für mich war dies insofern sinnvoll, als dass ich hier neben dem Studium der chinesischen Sprache ein Praktikum in der Netzwerkabteilung absolvieren kann.

Der Brunnen und die Versammlungshalle in der Mitte des Campus
040709 Brunnen.jpg
Der Campus der Universität ist relativ schön, es gibt einen Sportplatz, zwei nahe gelegene Mensen und in der Umgebung alle im täglichen Bedarf benötigten Läden. Das Ausländerwohnheim ist, genauso wie die Klassenräume, auf dem alten Campus, der sehr zentral nördlich der Innenstadt und kurz unterhalb des Sees liegt. Es gibt noch einen riesigen Campus ausserhalb der Stadt, der aber sehr hässlich ist und eine halbe Stunde Fahrt erfordert - zum Glück muss man da normalerweise nicht hin.

Die Mensen sind günstig, das dort verkaufte Essen ist sogar erstaunlich essbar - jedenfalls besser als der Kram, den die Uni Leipzig da immer so produziert. Auf die Dauer hat man's dann schon irgendwann satt, aber zur Abwechslung (oder wenn mal wieder das Geld knapp ist) geh ich doch hin und wieder hin.

Die International Student Office (ISO) ist übrigens sehr hilfreich, die Jungs dort sprechen ganz gut Englisch. Sie sind zwar ein faules Pack, so daß man manchmal ein wenig nerven muß, bis man bekommt was man will, im Allgemeinen kommt man mit ihnen aber sehr gut aus. Praktischerweise ist das ISO im ersten Stock unseres Wohnheims, was vor allem die anfängliche Rennerei erleichtert.

Hier ist die Adresse, man kann sich wegen Fragen oder Zimmerreservierungen schon im Vorhinein (per Email) bei denen melden:

Ein Gang über den Campus..
040707 Campus zum Suedtor.jpg
Der Sportplatz beim Wohnheim.
040704 Campus am Sportplatz.jpg
International Students Office
Southeast University
Nanjing Sipailou 2#, 210096
P.R.China

Tel: ++86-25-3792797
Fax: ++86-25-3615736

Email: >>iso@seu.edu.cn

Praktischerweise ist der Sportplatz direkt vor der Tür des Wohnheimes, man kann dort laufen, Basket- und Volleyball, Tennis und Badminton spielen. Leider gibt es kein Schwimmbad, aber man kann ja nicht alles haben.

Das Wohnheim

Ich mag unser Wohnheim. Es ist zwar nicht neu, es ist alt und hässlich, aber ich mag es wirklich. Woran das liegt? Vor allem an der familiären Atmosphäre. Es wohnen nämlich nicht wirklich viele Leute hier im Wohnheim (immer ungefähr zwanzig Leute auf vier Stockwerken), dadurch kennt man schnell alle Leute (zumindest vom sehen). Im Allgemeinen traut man einander, wenn man kocht oder duscht, lässt man unbesorgt die Türe offen, immer ist jemand da, der einem hilft, wenn man irgendetwas braucht: irgendwer wird's schon haben und es einem leihen! Das ist sehr schön, praktisch und irgendwie auch heimelig.

Unser Wohnheim von aussen. Klein, aber fein.
040703 Wohnheim von aussen.jpg
Zusätzlich sind die Angestellten sehr nett; die Shifus an der Rezeption und die Ayis, die das Putzen übernehmen, sind alle superlieb und helfen einem, wo sie nur können. Das Wohnheim ist auch recht sauber, es wird, glaube ich, drei mal täglich gewischt.

Es gibt auch eine Heizung, die mit Wasserdampf betrieben wird. Sie wird im Winter einmal Morgens um sechs und dann wieder Abends um sechs angestellt - dabei werden dann immer Gedanken an Dinosaurier oder Indiana Jones geweckt, da aus allen Ecken und Enden des Gebäudes Dampf hervorquillt und das Ganze hustet und zischt. Aber hey, es wärmt - das ist mehr, als die meisten anderen haben!

Das mit dem Warmwasser ist manchmal eine Qual, es kommt hier nämlich aus einem riesigen Boiler unterm Dach, der zweimal täglich aufgeladen wird. Dadurch gibt es immer von ca. zwei bis sechs Uhr kein warmes Wasser - aber man gewöhnt sich mit der Zeit dran. Ist halt manchmal ärgerlich, wenn man Nachts nach Hause kommt und es gibt keine warme Dusche mehr. Die Toiletten sind in Ordnung, man bedenke dabei aber, dass es (wie in ganz China) nur Hockklos gibt - Sitzklos gibt es eigentlich nur in Privatwohnungen.

Das Wohnheim ist sehr günstig: 480 Kuai im Monat für eine Doppel-, 960,- Kuai für eine Einzelzimmer (was dann einfach ein Doppelzimmer mit nur einem Bett ist). Jede Person hat dabei ein Bett, einen Schrank, ein kleines Regal, Schreibtisch und einen Stuhl. Die technische Ausstattung besteht aus einer Neonröhre und einem Tischventilator - also nix mit Klimaanlage, Fernseher, usw. Das muß man sich, wenn man es haben will, selbst besorgen. Ebenso wie der ganze Küchenkrempel. Klingt zwar schlimm, ist aber ok - man kann die meisten Sachen gebraucht für wenig Geld kaufen.

Im Zimmer gibt ein Telefonanschluß (ein Telefon muß man sich auch erst selbst besorgen) und grandioserweise einen Internetanschluss - der auch sehr schnell ist (das schnellste, was ich in China bisher hatte). Internet kostet drei Mao (= drei Cent) die Stunde.

Das Bad. Simpel, aber sauber. Hocktoiletten, yay!
040701 Bad.jpg
Das Zimmer, das ich mit einem anderen Deutschen teile. Leicht chaotisch, aber sehr gemütlich.. :)
Mein Zimmer.jpg
Die Küche. Leider muß man sich alle Utensilien selber kaufen.
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Ein zusätzlicher Vorteil ist, daß die Unterrichtsräume (sowie eine kleine Bücherei mit Internetzugang und eine kleine Mensa mit äußerst bescheidener Auswahl) direkt an das Wohnheim angegliedert sind. Dadurch muß ich noch nicht mal 'ne Treppe steigen, um zum Unterricht zu kommen - und es lohnt sich für die kurz zehn-Minuten-Pause sich nochmal ins Bett zu kuscheln. :)

Achja, fast vergessen: in unserem Wohnheim zahlt man pro Tag, das heißt das Ausziehen aus dem Wohnheim wird einem nicht durch irgendwelche "Knebelverträge" schwer gemacht.

Der Unterricht

Der Unterricht ist bei uns an der Uni eher durchschnittlich. Am Anfang gab es einen Einstufungstest, bei dem uns einfach der HSK-Test vorgelegt wurde. Ich hatte mir vorher natürlich schon voll den Kopf gemacht und im Test gar nix verstanden, letztendlich schien das aber keinerlei Rolle zu spielen. Anscheinend wurde viel mehr nach dem Gespräch mit dem Lehrer geurteilt, als nach dem Test. Oder ich hatte erstaunlich viel Glück - jedenfalls bin ich im "Intermediate"-Kurs gelandet. Außerdem gab es noch einen Fortgeschrittenen- und einen Anfängerkurs. Nach dem ersten Tag stellte ich allerdings fest, daß mein Kurs viel zu schwer für mich war. Eine Mädel, welches trotz Vorkenntnisse in den Anfängerkurs gerutscht war und sich dort langweilte, verlangte (mit Hinweis auf die von ihr bezahlten Studiengebühren) die Lehrer dazu zu bringen, einen neuen Kurs zu eröffnen. In diesen bin ich dann auch gewechselt, da er genau zwischen den Anfängern und den Mediums lag.

Blick aus dem Badfenster auf unseren kleinen "Park" vor der Tür.
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Leider hatten wir durch diese neue Klasse auch etwas eingeschränkten Unterricht: die meisten Klassen haben drei bis fünf verschiedene Fächer, wir hatten nur zwei. Jeden Tag das gleiche, erst eine eher allgemeine Grammatikklasse, danach "Communication", was wohl ein Zwischending aus Lesen, Sprechen und Verstehen darstellen soll.

Die erste Stunde ist insofern echt gut, als dass der Lehrer echt freundlich ist, er erklärt gut und der Unterricht ist interessant. Leider sprechen wir in seiner Stunde fast nur Englisch. Dafür ist er, für chinesische Lehrer ganz untypisch, erstaunlich aufgeschlossen bezüglich unserer Wünsche: wir haben ihn mittlerweile schon dazu gekriegt, uns Hausaufgaben aufzugeben, Wiederholungspausen einzulegen, ein bißchen Übersetzung zu üben etc.

Die zweite Stunde ist einfach nur öde. Meistens liest sie nur Text oder Vokabeln vor und wir lesen sie laut nach - sehr stupide. Sie bemüht sich zwar, ab und zu werden Geschichten erzählt, Lieder gesungen oder Spiele gespielt. insgesamt bleibt es aber langweilig. Letztendlich sah es dann so aus, daß ich zur zweiten Stunde nie, zur ersten dafür immer hingegangen bin. Dies war den Lehrern bekannt und wurde so hingenommen.

Zhou Laoshi nach einem kleinen Spiel im Unterricht (Thema Halloween).
Zhou Laoshi.jpg
Generell herrscht an unserer Uni ein eher laxer Umgang mit der Unterrichtspflicht. So wurde uns zum Beispiel gesagt, daß wir die Abschlußklausuren nicht unbedingt bestehen müssten, das Zertifikat über den Kurs erhalten wir sowieso. Fehlzeiten oder sowas wurden auch nie gezählt oder sonstwie überprüft, ebenso gab es keine Midterm-Tests.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass es auch hier wohl eher den üblichen Frontalunterricht gibt: lernen, lernen, lernen, alles relativ stur und stupide. Die meisten sagen, man lernt auf der Strasse und im Gespräch mit Anderen sehr viel mehr - dies fällt mir allerdings aufgrund meiner großen Hemmungen beim Sprechen doch noch recht schwer.

Der Unterricht geht bei uns von 8:15 bis 11:30 mit 15 Minuten Pause (also 2x 1½ Stunden). Nachmittags ist frei. Es gab nur einen fakultativen Kurs, nämlich Kalligraphie. Den fand ich sehr interressant, er umfasste Schriftzeichen schreiben, malen und chinesische Siegel selbst herstellen. Ich hab mit viel Spaß dran teilgenommen. :)

Ankommen in Nanjing

Wenn man am Nanjinger Bahnhof ankommt, kriegt man erstmal einen kleinen Schreck: der Bahnhof ist nämlich furchtbar; zusätzlich dazu, daß er alt und versifft ist, herrscht um ihn herum ein riesiges Chaos. Das liegt daran, daß gerade an der selben Stelle der neue Bahnhof, mehrere Autobrücken und ein Tunnel unter dem Xuanwu-See gebaut wird. Dabei befindet sich der Ticketverkauf und Eingang auf der einen Seite der Großbaustelle, der Ausgang und die Taxistände aber auf der anderen - das kann zu ziemlicher Verwirrung sorgen.

Straßenküche irgendwo in Nanjing.
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Sobald man aus dem Bahnhof raus ist, sollte man sich erstmal ne Karte von Nanjing kaufen. Da stehen überall so Ayis rum, die die Dinger für ca. 4-5 Kuai verscherbeln (lasst euch nicht verarschen, der Preis ist immer aufgedruckt). Sucht ein bißchen rum, es gibt vielleicht Karten mit Bezeichnern in Pinyin, was sehr, sehr hilfreich ist. Danach nimmt man am besten ein Taxi zur Universität. Es gibt zwar auch Busse (die nur einen Kuai kosten), diese halten aber nicht direkt an der Uni, so daß man noch ca. zehn Minuten laufen muß. Neu in der Stadt und mit Gepäck muß man sich das ja nicht antun.. Das Taxi sollte jedenfalls so ungefähr 15, maximal 20 Kuai kosten, egal ob es nun an die Nanda, Nanshida, oder Dongda geht.

Der weitere Teil dieses Abschnittes behandelt ausschließlich das Ankommen an der Dongnan Daxue, da es an den anderen Unis unterschiedliche Anmeldeformalitäten gibt. So werden (glaube ich) an der Nanjing Daxue alle Leute als Gruppe registriert, hier muß man das selbst machen. Wer an die andern Unis gehen will, darf natürlich trotzdem weiterlesen. ;)

Um zur Dongnan Daxue zu kommen, solltet ihr dem Taxifahrer dies sagen: "Dongnan Daxue, Liuyuan Binguan". Der weiß dann schon, wo er hin muß. Das "Liuyuan Binguan" ist nämlich das Hotel direkt am Westtor unseres Campus, von dort ist es nicht mehr weit zum Wohnheim:

  • durch das Westtor durchgehen
  • an der T-Kreuzung am Sportplatz links
  • nach der Badmintonhalle mit der großen Treppe vornedran nochmal links in den kleinen Weg
  • am Ende ist schon das Studentenwohnheim für Ausländer
In der Eingangshalle sitzt in der Rezeption immer ein Shifu, bei dem Ihr Euch registieren müsst. Die Shifus können nur Chinesisch, wenn Ihr Probleme habt, einfach mal bei Zimmer 101 (Gang gegenüber, erste Tür rechts) klopfen: dort befindet sich das ISO, die können Englisch und helfen Euch bei der Registierung. Ihr bekommt daraufhin einen Zimmerschlüssel und könnt dann erstmal euren Kram abstellen.

Zur Zimmerwahl: ich habe versucht, früh zu kommen, so daß ich ein schönes Zimmer bekomme. Hat auch geklappt - kann aber auch nur durch Zufall sein, weil die Zimmer vielleicht schon vorher verteilt wurden (ich hatte mich per Email angemeldet).

Nanjing hat aber auch so Teile rumstehen.
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Anmeldeformalitäten

Da ich sehr früh angekommen bin, hab ich am ersten Tag erstmal so viele Anmeldeformalitäten erledigt wie möglich. Dadurch lernt man die Stadt kennen (wenn man läuft) und hat auch die Möglichkeit, die ersten grundlegenden Einkäufe zu machen. Außerdem war das Wohnheim ob der Sommerferien noch total leer...

Achja, mal ein paar Daten: ich bin am 27.8 in Nanjing angekommen, am 1. September ging offiziell das Semester los, man sollte sich bis dahin auch einschreiben. Aber das sollte man locker sehen, es dauert ne Woche bis man überhaupt sein Resident Permit hat; erst danach kann die offizielle "Einschreibung" vorgenommen werden - und die wird auch nur was, wenn Wang Laoshi (der Kerl im ISO) nicht gerade in 'ner kritischen Solitaire-Runde ist.. =)

Im folgenden die Schritte der Anmeldung:

Ab zu Wang Laoshi

Wang Laoshi ist Euer Freund für das Jahr, er ist nett und grundsätzlich hilfsbereit, aber stinkefaul. Wenn er nicht gerade eine der genannten Solitaire-Runden am Laufen hat, spielt er sicher mit seinem Kumpel im zweiten Stock Tischtennis. Aber weil das Office ja so nah ist, macht es ja nix, wenn man mal umsonst hinläuft.

Jedenfalls solltet Ihr als erstes zu Wang Laoshi gehen, er erklärt euch dann genau das gleiche, was ich hier gerade tue. Nur halt nach der chinesischen Salami-Taktik: erledige erst die eine Sache und komm wieder, dann erklär ich Dir den zweiten Schritt. Sehr frustrierend! Naja, von ihm bekommt Ihr ein Buch über eure Rechte und Pflichten als Student an der Dongda, zusätzlich ein Infoheftchen in Englisch (Achtung: dies ist nur mittelmäßig aktuell). Außerdem gab er mir damals noch einen Stadtplan, glaub ich - Ihr werdet's ja sehen. Als nächstes müsst Ihr euch Euer "Health Certificate" im "Nanjing Quarantine Office" holen.

Quarantine Office

Das Office ist sehr neu (die Adresse im Infoheft stimmt nicht!) und schick - wirkt beruhigend verlässlich das Ganze. Da ich so früh dran war, gab es keine Schlangen, alles war leer und das Personal relaxed. Ich kam daher sofort dran, mein Röntgenbild und die anderen Ergebnisse wurden ca. zehn Minuten von einem Arzt geprüft, danach wurde mir sofort und ohne Probleme mein Zertifikat ausgestellt.

Ein paar Tage später sah das für die andern Studenten etwas anders aus; aufgrund der vielen "Kunden" waren die Leute da sichtlich genervt. Einige Leute mußten verschiedene Tests nachmachen lassen, zum Glück ist das in Nanjing nicht absurd teuer und damit auch kein Beinbruch. Alle anderen mußten auch ein bis zwei Tage auf ihr Zertifikat warten - ich konnte damit direkt zu Wang Laoshi gehen...

Achja, die richtige Adresse von dem Ding: Baixialu, Nummer 1.

Ich weiß noch, beim Lesen der Erfahrungsberichte der "Vorgängergeneration" damals in Deutschland hab ich mir die Gesundheitsuntersuchung als was ganz Schlimmes vorgestellt - wenn ich jetzt an den Sommer zurückdenke, scheints fast wie Urlaub. In Flip Flops durch die 40° heiße Stadt schlappen, die Klimaanlagen der Behörden geniessen und unterwegs China bestaunen. War schön, und vor allem alles sehr unstressig.

Das Südtor - hier kann man nachts immer lecker Jiaozi essen..
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Wang Laoshi die 2.

Nachdem Ihr ihm das Zertifikat gezeigt habt, stellt er Euch Eueren Soundso-wohnt-hier-Wisch aus (ohne Gesundheitszeugnis darf er das nämlich nicht) und sacht Euch, damit sollt Ihr nun zum PSB (Public Security Bureau) gehen.

Das PSB

Achtung: das folgende gilt wohl nur für Leute mit einem X-Visum, wie das mit dem F-Visum läuft - keine Ahnung.

Das PSB befindet sich in der Honggongci, ebenfalls Nummer eins. Hier müsst Ihr an die Schalter acht oder neun gehen (Visaschalter) - lasst euch nicht davon irritieren, dass die Chinesen alle ne Nummer ziehen. Ich stand erstmal zehn Minuten da blöd rum und war frustriert darüber, daß ich erst in hunderpaarundzwanzig Nummern dran war. :)

Am Visa-Schalter sprechen die Beamten Englisch, sagt ihnen, Ihr wollt ein "Resident Permit" beantragen. Ihr müsst zuerst ein Formular ausfüllen und Euer Passbild draufkleben. Danach das Ganze dann zusammen mit Eurem Paß, der Kopie davon (und eurem Visa!), zwei weiteren Paßbildern, der Wohnbescheinigung, das Formular JW201 und dem Gesundheitszertifikat dem Beamten in die Hand drücken. Der gibt Euch dafür eine Quittung, mit der Ihr eine Woche später Euren Paß und das Resident Permit abholen könnt (das exakte Abholdatum steht auf der Quittung).

Das klappt aber nur, wenn Ihr die 200 Kuai Gebühr bezahlt habt! Früher ging das im PSB selbst, inzwischen macht man das bei der nächstgelegenden Bank of China. Die findet Ihr, wenn Ihr vom PSB aus links ein wenig den Berg hochgeht; die Bank befindet sich an der Ecke der nächsten großen Kreuzung.

Wir haben noch so ein kleines süßen Büchlein bekommen, inzwischen wird einem nur noch was in den Paß geklebt. Ist praktischer und gilt vor allem als multiples Einreisevisa, man muß also nicht vor jeder Reise nochmal zum PSB. Aber der komische Aufkleber ist natürlich lang nicht so putzig wie das kleine grüne Büchlein, das die Einwohnerschaft in China so schön für mich manifestiert hat.. :)

Achja, Kopien von Eurem Pass (und zur Not auch Passbilder) könnt Ihr in so kleinen Läden um das PSB herum machen lassen.

Die letzten Schritte

Mit dem Resident Permit (und vor Stolz geschwellter Brust ;) könnt Ihr dann schon wieder zu Wang Laoshi gehen, er schreibt Euch dann ein. Ich denke, Ihr müsst ihm noch ein paar Passfotos geben, ein paar Tage später bekommt Ihr euren Studentenausweis. Wegen Internet und Büchereikarten müsst Ihr ihn einfach ein wenig nerven, er erklärt Euch dann schon was Ihr machen sollt...

Die "Sugo"-Straße, eine kleine Einkaufsstraße am Südtor.
040710 Einkaufs- und Essensstrasse.jpg

Einkaufen in Nanjing

Ich werde hier nicht allzu viele konkrete Tipps geben, das ändert sich eh so schnell.. Hier nur ein paar Tipps für den Anfang, den Rest endeckt Ihr schon selbst. Siehe hierzu auch die Hinweise unter Leben in China.

Fahrrad, Kühlschränke etc.

Ein Fahrrad ist meiner Meinung ein Muss in China, ich würde mir so schnell wie möglich eins kaufen. Man ist damit unabhängiger, spart Geld und lernt vor allem die Stadt kennen. Dazu fährt man zum Beispiel in die Tangzi Street (auch auf dem Stadtplan), in der es alle möglichen gebrauchten Gegenstände zu kaufen gibt. Wer's braucht, kann sich hier auch Kühlschränke, Fernseher und ähnliches kaufen.

Essen und täglicher Bedarf

Am besten geht man erstmal zum Ce-Mart, ein großer Supermarkt um die Ecke - die haben fast alles, und für den Anfang ist es das einfachste. Man geht dafür aus dem Westtor, biegt nach links ab (nach Süden) und die nächste gleich wieder rechts. An der nächsten großen Kreuzung ist das Ding schon (da wo der KFC unten drin ist).

Handys

Gebrauchte Handys kann man am besten in der Straße, die am Ce-Mart von Norden nach Süden verläuft, kaufen. Das ist die Danfeng Jie. Es gibt dort eine Reihe von Hallen, in denen lauter kleine Stände von Handyverkäufern stehen.

Computer und sonstige Elektronik

Es gibt hier, etwas südlich vom Campus, die sogenannte "Computer Street" (Zhijiang Lu), in der man alle Arten von Computerzeugs und Elektronik findet. Am billigsten kommt bei den Händlern weg, die alle in einem Gebäude ein Stück hinter dem McDonalds sitzen (Richtung Osten). Ihr erkennt es an der gelb-orangenen Fassade - hier gibt es neben jeder Menge Kleinkram vor allem auch gebrauchte Computer, bei denen man ganz günstig wegkommt. Kräftiges Handeln ist natürlich eine Vorraussetzung..

Mein Leben in Nanjing

Naja, hier scheib ich vielleichtmal was. Wenn ich Zeit hab. Ansonsten: das Blog halt.




ACHTUNG: Naturgemäss kann ich auf keine der Informationen hier eine Garantie geben, erstens weil sich das schnell mal ändert und zweitens weil mein Gedächtnis (siehe Titel :) nicht perfekt ist. Es sind Hinweise und Infos, aber verlasst Euch nicht drauf, vor allem beim Visakrempel!
Achja: wenn eine der Informationen veraltet oder die Links tot sind, könnt ihr mir ja Bescheid sagen (oder das gleich hier im Snipsnap anpassen).

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